Margrit Dürr       Taschenintendantin/ Librettistin/Sängerin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Margrit Dürr wuchs in Berlin und Rom auf, studierte Publizistik an der FU Berlin und Gesang an der Hochschule für Musik Lübeck. Sie arbeitete sowohl als freie Rundfunkautorin für die ARD-Anstalten, als auch Sängerin vor allem in der Neuköllner Oper Berlin, bis sie 2005 gemeinsam mit ihrem Mann Julian Metzger die Taschenoper Lübeck gründete. Als Taschenintendantin ist sie für die Organisation verantwortlich, außerdem schreibt sie die Libretti und ist in vielen Produktionen als Sängerin dabei.

 

Was macht eine Taschenintendantin?

Eine Taschenintendantin muss ganz viel organisieren, rechnen, mit Leuten reden, sich ausdenken, wie und wo die Taschenoper Lübeck spielen kann und ob das Geld reicht.

 

Was ist ist ein Libretto?

Ein Libretto ist das Textbuch für eine Oper. Wenn eine Oper neu geschrieben wird, dann gibt es erst den Text, also das, was die Sänger singen und sprechen und was überhaupt so passiert. Dann schreibt der Komponist dazu die Musik. So machen wie das bei Neukompositionen auch. Wenn wir – also Julian Metzger und ich - aber eine alte Oper bearbeiten, dann tun wir das vor allem deshalb, weil uns die Musik so gut gefällt. Also gibt es dann die Musik zuerst. Natürlich hat die alte Oper auch schon Texte und eine Handlung. Wir überlegen, was an der alten Handlung für Kinder oder Jugendliche interessant sein könnte, legen dann den Schwerpunkt darauf und schreiben die Texte so um, dass sie zu unserer neuen Sichtweise passen. So hat unsere neue Oper zwar viel mit der alten zu tun, hat aber eine für heutige junge Zuschauer interessante Handlung.

 

Was magst Du an Kinderoper?

Ich liebe Oper und ich liebe Kinder. Da ist eine Oper, die ich gerne mag und ich kann mir überlegen, was könnte  Kindern oder Jugendliche an diesem Stück besonders gefallen, was interessiert sie und wie kann ihnen diese Oper Spaß machen. Das ist wunderbar! 

 

Was ist manchmal komisch?

Wenn wir ein Stück geschrieben haben, dann denke ich natürlich, dass die Kinder an ganz bestimmten Stellen lachen oder staunen. Aber manchmal ist es ganz anders und die Kinder machen sich über Dinge Gedanken, an die ich nie gedacht habe: Z.B. singt Bassa Osmin, wenn er sich über Belmonte ärgert: „Erst geköpft, dann gehangen, dann gespießt auf heiße Stangen….“ Ganz viele Kinder haben hinterher gesagt: „Das geht doch gar nicht – erst köpfen und dann hängen“. Da habe ich nie drüber nachgedacht, aber recht haben sie!