1 Woche zwischen Kultur & Vernichtung
Begleitet wird die Produktion „Der Kaiser von Atlantis“ am Wochenende von zahlreichen Veranstaltungen. Im Theaterhaus wird ab Donnerstag Abend eine Ausstellung zu sehen sein, die sich mit dem Thema Kultur im KZ Theresienstadt beschäftigt, zwei in Lübeck entstandene Filme zum Thema Erinnerungskultur werden gezeigt, es wird einen offenen Workshop geben und zwei musikalische Programmpunkte ergänzen die Aufführungen: ein Konzert zum Staunen und Mitmachen, sowie ein musikalischer Salon.
Montag 17.11. bis Freitag 21.11.
jeweils 11 Uhr „Der Kaiser von Atlantis“
für Schulen unter Beteiligung der Jugendlichen
Donnerstag 20.11.
19 Uhr Ausstellungseröffnung Plakate aus dem Ghetto Theresienstadt – Kunst und Kultur in Theresienstadt 1941–45
Die Ausstellung, die seit 2003 an vielen Orten präsentiert wird, zeigt künstlerisch gestaltete Plakate von Häftlingen aus dem Konzentrationslager Theresienstadt. Sie luden zu Opernaufführungen, Kabarettvorstellungen, klassischen und modernen Konzerten, Chorabenden und wissenschaftlichen Vorträgen ein.
Obwohl die Häftlinge unter menschenunwürdigen Umständen in einer ausweglosen Situation lebten, setzten sie mit ihren künstlerischen Arbeiten ein Zeichen gegen die Entmenschlichung.
Dank der Vermittlung des Historikers Dr. Rudolf Wlaschek, Mönchengladbach, konnten in dieser Ausstellung erstmals deutschsprachige Plakate aus der sogenannten Hermann-Sammlung in Theresienstadt ausgestellt werden. Die digitale Version der Ausstellung hat Markéta Nežerková gestaltet.
Freitag 21.11.
ab 17 Uhr Ausstellung geöffnet
19:30 Uhr Einführung zu „Der Kaiser von Atlantis“ mit Jascha Nemtsov
20 Uhr „Der Kaiser von Atlantis“
ca. 22 Uhr Nachgespräch
Samstag 22.11.
ab 10 Uhr Ausstellung geöffnet
11 Uhr „Dahin wie ein Schatten“ (Filmvorführung mit anschließendem Gespräch)
Der Film begleitet eine Gruppe von Schüler*innen auf ihrer Reise in die Vergangenheit. Das Schicksal von vier jüdischen Familien aus Lübeck wird dabei mit theatralen Mitteln in den Fokus gerückt und emotional erkundet. Mit mutigen Szenen und starken Texten, Experimenten, eindrücklichen Statements und kreativen Ideen begeben sich die Jugendlichen auf Spurensuche und hinterlassen dabei selbst Spuren zum Nachdenken. Entstanden ist ein Film, der Jugendliche, aber auch Erwachsene inspiriert, sich mit dem Thema aus einer neuen, lebensnahen Perspektive zu beschäftigen.
15 Uhr (Ohn-)Macht! – Ein Workshop für alle (ab 16 Jahren)
Im „Kaiser von Atlantis“ geht es u.a. um Allmachtsphantasien und die möglichen Folgen. Wo Macht ist, ist auch immer Ohnmacht. Der Workshop setzt sich spielerisch mit dieser Polarität auseinander, macht sie erlebbar und erkundet, wo wir vielleicht in unserem Alltag diesen Themen begegnen und wie wir mit ihnen umgehen können. Wie viel Macht habe ich? Haben wir?
17 Uhr Konzert zum Staunen und Mitmachen
Wie viele Komponisten vor und nach ihm hat auch Victor Ullmann musikalische Zitate in seine Oper „Der Kaiser von Atlantis“ eingefügt. Einige basieren auf sehr bekannten Melodien, die sofort Assoziationen hervorrufen. Staunen Sie, was ein Komponist aus Liedern macht, die Sie gut kennen und vielleicht auch gerne mit uns zusammen singen.
19:30 Uhr Einführung zu „Der Kaiser von Atlantis“ mit Jascha Nemtsov
20 Uhr „Der Kaiser von Atlantis“
ca. 22 Uhr Nachgespräch
Sonntag 23.11.
ab 10 Uhr Ausstellung geöffnet
11 Uhr musikalischer Salon – Kultur in schweren Zeiten – mit dem Pianisten und Musikwissenschaftler Prof. Jascha Nemtsov
Als Sohn eines jüdischen Gulag-Überlebenden in Russland aufgewachsen, lebt und arbeitet Jascha Nemtsov seit über 30 Jahren als Künstler und Lehrender in Deutschland. Als solcher hat er sich viel mit den Werken jüdischer Komponisten beschäftigt, die wie Viktor Ullmann von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Jascha Nemtsov ist bekannt für seine lebendigen Gesprächskonzerte, die auch ein schweres Thema zu einem kulturellen Erlebnis machen.
14 Uhr „Die Spurensucherin“ (Filmvorführung mit anschließendem Gespräch)
Die FilmemacherInnen folgen in ihrer Dokumentation den Spuren von Heidemarie Kugler-Weiemann: von ihrem gesellschaftspolitischen Engagement, über die Zeit, als sie federführend der Geschwister-Prenski-Schule zu ihrem Namen verhalf und später an der Gründung der Initiative Stolpersteine für Lübeck beteiligt war, bis hin zu ihrer unermüdlichen Spurensuche zu Biographien von Jüdinnen und Juden aus Lübeck und allgemein zur NS-Zeit in Schleswig Holstein. Neben all den Fakten berührt und inspiriert besonders der persönliche Kontakt mit ihr. Eine beispielhaft (Erinnerungs-)Kulturschaffende – ein Stück gelebter Lübecker Stadtgeschichte.
17:30 Uhr Einführung zu „Der Kaiser von Atlantis“ mit Jascha Nemtsov
18 Uhr „Der Kaiser von Atlantis“
ca. 20 Uhr Nachgespräch